Arbeitskreis „InkassoWatch“ – Wer wir sind

Im Herbst 2015 hat sich ein überregionaler Arbeitskreis aus Wissenschaft, Verbraucherschutz und Praktikern der Schuldnerberatung zum AK „InkassoWatch“ zusammengefunden, der sich kritisch und verbandsunabhängig mit den Beitreibungsmethoden und Abrechnungspraktiken von Inkassounternehmen und Mahnanwälten auseinandersetzen wird.

Hauptthemen bzw. Augenmerke dieser Arbeitsgruppe sind:

  • Mitgestaltung der Evaluierung des „Gesetzes gegen unseriöse Geschäftspraktiken“
  • Anregungen und Vorschläge an den Gesetzgeber zur Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen der Forderungsbeitreibung durch Inkassounternehmen und Mahnanwälte
  • Dokumentation von Missständen und unseriöser Inkassopraxis
  • Einschalten der Inkassoaufsicht bzw. der Rechtsanwaltskammern bei Missständen und unseriöser Inkassopraxis
  • Initiativen zur Verbesserung und Zentralisierung der Inkassoaufsicht
  • Erarbeiten von Praxishilfen für die Schuldnerberatung
  • Unterstützung und Hilfestellung bei Musterverfahren gegen unseriöse Inkassopraktiken durch Vermittlung von Rechtsanwälten und Zuschüssen zu Prozesskosten
  • Öffentlichkeitsarbeit

Hintergrund und Motivation der Mitglieder des Arbeitskreises sind jahrelange Erfahrungen mit rechtlich mehr als zweifelhaften Beitreibungs- und Abrechnungspraktiken von Inkassounternehmen, Mahnanwälten sowie konzerneigenen Unternehmen, die Forderungen aufkaufen. Dieses Zusammenwirken führt zu schlicht unzulässigen oder jedenfalls unangemessen hohen Kosten zu Lasten der Schuldner (Zweite und Dritte Ernte, Konzerninkasso). Die geforderten Entgelte stehen häufig in keinem Verhältnis zur ursprünglichen Forderung und zum tatsächlichen Aufwand der Inkassounternehmen oder Mahnanwälte.

Der Gesetzgeber hat im „Gesetz gegen unseriöse Geschäftspraktiken“ im Jahr 2013 erste Regelungen getroffen, hier gegenzusteuern und den Wildwuchs im Bereich der Inkassokosten zu begrenzen. So positiv diese Intention vom Grundsatz her ist, so bewertet der Arbeitskreis die praktische Umsetzung für lückenhaft und teilweise nicht effizient. Der Arbeitskreis hält das Gesetz daher für dringend ergänzungswürdig bzw. präzisierungsbedürftig.

Der „AK InkassoWatch“ will deshalb seine fachliche Kompetenz zunächst im Rahmen der vorgesehenen “Evaluierung des „Gesetzes gegen unseriöse Geschäftspraktiken als Partner in den Diskussionsprozess zwischen Wissenschaft, Politik und Exekutive einbringen. Über diesen aktuellen Prozess hinaus werden wir weiterhin die Geschäftspraktiken der Inkassobranche kritisch beobachten und begleiten mit dem Ziel, die heute noch sehr zahlreich anzutreffenden Missstände mit aller Kraft zu bekämpfen.

Die Mitglieder des Arbeitskreis InkassoWatch sind (Stand 01.11.2018):

Hans Peter Ehlen, ehemals Fachzentrum Schuldenberatung Bremen, Rechtsanwalt, Beirat BAG-SB
Dr. Susanne Fairlie, Landesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung Berlin e.V.
Stefan Freeman, Schuldnerberater Diakonische Bezirksstelle Esslingen, Redakteur Infodienst Schuldnerberatung
Prof. Dr. Wolfgang Jäckle, Seniorprofessor Fachhochschule Münster, Rechtsanwalt
Philipp Kirschall, Koordinierungsstelle Schuldnerberatung in Schleswig-Holstein, Rendsburg
Christian Maltry, Schuldnerberater beim Landratsamt Main-Spessart, Karlstadt
Thomas Seethaler, Schuldnerberater beim Caritasverband Heidelberg, Redakteur Infodienst Schuldnerberatung
Valeska Tkotsch, Schuldnerfachberatungszentrum der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
Dr. Dirk Ulbricht, Direktor des Instituts für Finanzdienstleistungen e.V., Hamburg
Birgit Vorberg, Referentin Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
Marc Wichjalew, Schuldnerberater bei der Stadt München
Prof. Dr. Dieter Zimmermann, Seniorprofessor Evangelische Hochschule Darmstadt
Thomas Zipf, Schuldnerberater bei der Stadt Darmstadt, Abteilungsleiter Schuldnerberatung und Wohnungssicherung, stellvertretender Amtsleiter Amt für Soziales und Prävention