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Vor einem Jahr startete die Verbraucherzentrale Brandenburg ihr durch das Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz (BMJV) geförderte Projekt „Inkasso-Check„.

Mit dem Inkasso-Check der Verbraucherzentrale können VerbraucherInnen eine Inkassoforderung, kostenlos online überprüfen lassen.

Man erfährt, ob die Forderung überhaupt bezahlt werden muss, und wenn ja, ob die Höhe der Kosten richtig ist. Nach Beantwortung entsprechender Fragen  anhand der Forderungsunterlagen erhalten die Nutzer eine rechtliche Ersteinschätzung und bei Bedarf einen Musterbrief an das Inkasso-Unternehmen, mit dem der Forderung gegebenenfalls widersprochen werden kann.

Nun zogen die Verantwortlichen eine erste Bilanz: Rund 100.000 BesucherInnen haben die Website des Inkasso-Checks besucht, gut 41.000 haben das Instrument bis zum Schluss genutzt. Häufig kam dabei am Ende heraus, dass die Kosten des Inkassounternehmens zu hoch erschienen. In diesem Fall erhalten die NutzerInnen ein fertiges Schreiben mit dem sie sich an das Unternehmen wenden können. In diesem wird dann darum gebeten, die Gründe für den bezifferten Aufwand zu benennen.

Jeder fünfte, der sich durch die Schritte des Online-Instruments geklickt hat, gab an, dass die Forderungen des Inkasso-Unternehmens entweder gänzlich unbekannt waren oder schlicht falsch und deshalb auch nicht bezahlt wurde.

Gerd Billen, Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) sagte dazu: „Ein angemessener Preise muss bezahlt werden, aber alles was deutlich darüber liegt, kann und sollte hinterfragt werden. Es gibt viele seriöse Anbieter, die selbst unter den schwarzen Schafen leiden. Wir werden ab 2019 in ein Gesetzgebungsverfahren einsteigen. Parallel dazu denken wir über eine Schlichtungsstelle im Inkassobereich nach.“

Die Aufsicht über Inkasso-Unternehmen ist Ländersache. Häufig werden die Informationen über diese Unternehmen an vielen verschiedenen Gerichten innerhalb eines Bundeslandes geführt. „Hier fehlt es leider noch zu häufig an einer effizienten Zusammenführung der Daten. Auch hierzu werden wir mit den Ländern sprechen.“